Die Feuerwehr Haslach blickte bei der Hauptversammlung im Gerätehaus auf das vergangene Jahr zurück. „Es war ein spannendes Jahr, in dem viel bewegt wurde.“ blickte Kommandant Stefan Possler zu Beginn seines Berichts zurück.
Nach einem kurzen Rückblick auf den Blaulichttag ging Kommandant Stefan Possler in seinem Jahresbericht zunächst auf die Einsätze des vergangenen Jahres ein. Die 84 Einsätze, zu denen die Feuerwehr Haslach gerufen wurde, forderten ein gewaltiges Einsatzspektrum. Der Schwerpunkt der Einsätze lag dabei in der Technischen Hilfeleistung, die knapp die Hälfte der Einsätze ausmachten. Wie auch bei den Brandeinsätzen waren die Feuerehrleute dabei auch häufig in den Umlandgemeinden gefordert. Auf einige Einsätze ging Possler detailliert ein. Am Beispiel eines Gebäudebrandes in Hofstetten schilderte er wie gefährlich der Feuerwehrdienst sein kann und verdeutlichte gleichzeitig, wie wichtig gute Ausbildung und Schutzkleidung sind. Die Bedeutung der Ausbildung wurde auch deutlich, als Possler die zahlreichen Kameraden auflistete, die im vergangenen Jahr ihre Freizeit für Lehrgänge zur Aus- und Fortbildung einbrachten. Mit 112 Mitgliedern in den drei Einsatzabteilungen sieht der Kommandant die Wehr aktuell gut aufgestellt. Er wies aber auch auf die altersbedingten Abgänge in den nächsten Jahren hin, weshalb auch weiterhin ein Augenmerk auf die Nachwuchsarbeit gerichtet werden muss.
Mit der Fertigstellung des Erweiterungsbaus und der Auftragsvergabe für einen Gerätewagen konnten im vergangenen Jahr wichtige Schritte zur Modernisierung getroffen werden. Mit den Investitionen der vergangenen Jahre sieht Possler die Feuerwehr gut aufgestellt und dankte Verwaltung und Gemeinderat für die Unterstützung.
Für die Abteilungen Schnellingen und Bollenbach berichteten die Abteilungskommandanten Jürgen Schätzle und Fabian Kinnast. Wie auch Kommandant Possler hoben sie die kameradschaftlichen Aktivitäten hervor, die unverzichtbarer Teil des Feuerwehrdienstes neben den Einsätzen sind. Jugendwart Sebastian Groß gab einen Einblick in die Arbeit der Jugendfeuerwehr, die aktuell wieder 31 Mitglieder zählt. Auf die verschiedenen Treffen der Alters- und Ehrenabteilung ging deren Leiter Reinhard Obert in seinem Bericht ein.
Bürgermeister Armin Hansmann sprach den Kameradinnen und Kameraden seine Anerkennung und Dank aus. Es war für ihn ein Perspektivenwechsel nun selbst am Rednerpult, da er während seiner aktiven Feuerwehrzeit die Versammlung nur als Zuhörer erlebte. Er bezeichnete das Ehrenamt in der Feuerwehr als eine der höchsten Formen des bürgerschaftlichen Engagements und beschrieb die vielfältigen Aufgaben, die Feuerwehrleute haben. Auch er hob die getätigten Investitionen hervor und freute sich, dass die Belastung des Stadtsäckels in den kommenden Jahren niedriger ausfallen werden.
Neuaufnahmen
In der Hauptversammlung konnte Kommandant Stefan Possler neue Mitglieder für den aktiven Feuerwehrdienst verpflichten. Er zeigte sich erfreut, dass neben fünf Kameraden aus der Jugendfeuerwehr auch neue Mitglieder als Quereinsteiger oder durch Zuzug aus einer anderen Gemeinde gewonnen werden konnten.
Mit Handschlag und der Aushändigung der Satzung verpflichtet werden konnten Mara Burger, Marius Fischer, Lu Martin, Tom Mayer, Aaron Reinelt, Jonah Reinelt, David Zagermann. Außerdem steht noch die Verpflichtung von Tim Büdel und Justin Rußi an, die in der Hauptversammlung verhindert waren.
Verabschiedungen
Etwas wehmütig war dagegen der Tagesordnungspunkt, als verdiente Feuerwehrleute in die Alters- und Ehrenabteilung verabschiedet wurden. Für Jürgen Hauer endet nach über 50 Jahren aktivem Feuerwehrdienst die Zeit in der Einsatzabteilung. Er war Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr 1971 und später Gruppenführer in der Einsatzabteilung. Für die Dienstzeit erhielt er das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold in besonderer Ausführung.
Alfred Hirt war seit 1990 Mitglied der Abteilung Schnellingen, wo er verschiedene Lehrgänge auf Kreisebene absolvierte und mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet wurde.
Mit Martin Hansmann verlässt ein erfahrener Maschinist die Abteilung Schnellingen. Seit dem Eintritt in die Feuerwehr 1982 und dem Lehrgang zum Maschinisten waren die Pumpen sein Fachgebiet. Für seine Verdienste wurde er mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet.
Ebenfalls aus der Abteilung Schnellingen wurde Herbert Schätzle in die Alters- und Ehrenabteilung verabschiedet. Kommandant Stefan Possler dankte allen Kameraden für den langjährigen Dienst und überreichte ein Präsent der Stadt. Vom Leiter der Alters- und Ehrenabteilung Reinhard Obert wurde allen Kameraden der „Dienstplan“ mit den monatlichen Treffen ausgehändigt.
Ehrungen
Bürgermeister Armin Hansmann konnte in der Hauptversammlung zahlreiche Kameraden für langjährige Dienstzeiten auszeichnen. Es sei für ihn das Schönste, was man machen darf, nämlich Verdiente vor großer Runde zu ehren. Eine Urkunde ist in diesen Fällen für ihn auch mehr als nur Papier. Hansmann trug zu jedem Kameraden den Werdegang vor und würdigte so die Leistung jedes Einzelnen, was von den Kameradinnen und Kameraden mit viel Applaus bedacht wurde.
Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Bronze für 15 Jahre aktive Dienstzeit erhielten: Fabian Schätzle (Abteilung Schnellingen), Adrian Ziegler (Abteilung Haslach) sowie in Abwesenheit Jonas Walter (Abteilung Schnellingen). Für 25 Jahre aktive Dienstzeit wurde das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber verliehen. Dies erhielten aus der Abteilung Haslach Stefan Bilharz und Tim Messner sowie in Abwesenheit Frank Wagner.
Gleich acht Mal konnten Kameraden mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet werden. Seit 40 Jahren aktiven Feuerwehrdienst leisten aus der Abteilung Schnellingen Martin Duffner, Günther Hirt und Jürgen Schätzle, aus der Abteilung Bollenbach Thorsten Gund und Wilfried Schöner sowie aus der Abteilung Haslach Hans-Peter Rissler, Markus Moser und Klaus Müller.
Besondere Ehrungen
Michael Dietrich freute sich, als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Ehrungen durchführen zu dürfen. Zunächst richtete er ein Grußwort an die Hauptversammlung und zeigte sich erfreut, dass so viele Kameraden die Ehrung für 40 Jahre erhielten. Er zollte den Mitgliedern Anerkennung für ihre Arbeit das Jahr über und nannte als Beispiel, dass Jugendleiter eineinhalb Wochen Urlaub opfern, damit die Jugendfeuerwehr ein Zeltlager veranstalten kann. Außerdem nannte er verschiedene Themen wie Wehrdienst und Katastrophenschutz, Sammelbeschaffung von Fahrzeugen oder 65+, die aktuell die Verbände beschäftigen.
Für seine Verdienste konnte Michael Dietrich den Abteilungskommandanten der Abteilung Bollenbach, Fabian Kinnast, nicht nur mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst auszeichnen. Aus dem Werdegang ging hervor, dass Fabian Kinnast nach diversen Lehrgängen auf Kreisebene den Gruppenführerlehrgang an der Landesfeuerwehrschule absolvierte und seit 2012 das Amt des Abteilungskommandanten innehat. In dieser Zeit wurde nicht nur der Fuhrpark der Abteilung modernisiert, sondern es konnten auch zahlreiche junge Kameraden für die Abteilung gewonnen werden. So konnte Fabian Kinnast außerdem mit der Ehrenmedaille in Silber des Landesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet werden.
Die höchste Ehrung des Abends, das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, bezeichnete Michael Dietrich als „Publikums-Bambi“. Sichtlich überrascht war Kommandant Stefan Possler, als der Verbandsvorsitzende die Laudatio des Kommandanten, der gleichzeitig auch Stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes ist vortrug. Dietrich bezeichnete Possler als einen Kameraden, der durch seine Art und auch sein Fachwissen nicht nur in Haslach sondern auch in der Raumschaft und darüber hinaus Anerkennung findet. Dass die Ehrung nicht von ihm beantragt wurde sondern von den Kameraden der eigenen Wehr unterstreicht dies, woraufhin sie alle im Gerätehaus von den Plätzen erhoben und den Kommandanten mit einem kräftigen Applaus gratulierten.
Info: Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber wird für hervorragende Leistungen im Feuerwehrwesen verliehen. Auf je 1.000 Aktive der Feuerwehr kann jährlich eine Ehrung erfolgen.
Beförderungen
Eine weitere ehrenvolle Aufgabe war es für Bürgermeister Armin Hansmann, gemeinsam mit Kommandant Stefan Possler, die Beförderungen durchzuführen. Voraussetzung für eine Beförderung kann zum einen eine erfolgreich abgeschlossene Fortbildung sein. Zum anderen können auch Kameraden befördert werden, die eine entsprechende Wartezeit seit der letzten Beförderung erfüllen. Nach dem Verlesen der Urkunde und dem Wechsel der Schulterklappen gab es für die beförderten Kameraden auch einen Schlag auf die Schulter von Bürgermeister und Kommandant als Zeichen der Anerkennung. „So kenne ich das aus meiner früheren Tätigkeit bei der Bundespolizei.“ so Hansmann.
Vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann befördert wurden Jonathan Hirt (Abteilung Schnellingen), Florian Müller (Abteilung Bollenbach) sowie Erol Balija, Justin Kindler, Timo Schätzle, Jan Schnaitter und in Abwesenheit Jonas Weber (alle Abteilung Haslach).
Der bisherige Oberfeuermann Max Lorenz wurde in Abwesenheit zum Hauptfeuerwehrmann befördert.
Den Dienstgrad des Löschmeisters tragen nun die bisherigen Hauptfeuerwehrmänner der Abteilung Schnellingen Steffen Schätzle und Christoph Walter (in Abwesenheit) sowie aus der Abteilung Haslach Matthias Fritsch und Louis Possler.
Löschmeister Manuel Kinnast aus der Abteilung Bollenbach ist nun Oberlöschmeister.
Vom Oberlöschmeister zum Hauptlöschmeister befördert wurden Christian Münzer (Abteilung Bollenbach) und Hans-Peter Rissler (Abteilung Haslach).
Am Rande
Damit Bürgermeister Armin Hansmann bei Einsätzen, bei denen er vor Ort ist, auch als Bürgermeister zu erkennen ist, erhielt er am Ende der Hauptversammlung eine Einsatzjacke mit der Aufschrift „Bürgermeister“ auf dem Rückenschild. Das Stadtoberhaupt zeigte sich davon überrascht und erfreut zugleich.



